Der ITI MedNet Workshop: alles andere als nur schwere Kost

K. Konrad Blog Leave a Comment

und | 23. Mai 2016 |

In unserem letzten Beitrag stellten wir Ihnen das ITI Medical & Pharmaceutical Network (ITI MedNet) als Fortbildungsmöglichkeit für Fachübersetzer im medizinisch-pharmazeutischen Bereich vor, da hier bei halbjährlichen Treffen Fachwissen direkt vom Fachmann vermittelt wird. Am 20. Mai 2016 fand ein Workshop dieses Netzwerks zum Thema Chirurgie statt, und zwar in Olching bei München, der diesmal von medax ausgerichtet wurde.

Fachleute aus allen Teilen Europas

Schon im Vorfeld war alles sehr spannend für das medax-Team: ein MedNet Meeting hier bei uns! Wer von unseren Fachübersetzern und Fachprofis würde wohl kommen? Zwar kennen wir natürlich „unsere“ sämtlichen Freiberufler aus aller Welt vom Namen und wir kennen sogar die eine oder andere Lebensgeschichte, aber in natura vor uns gestanden hatten bislang nur wenige. Endlich würden wir der Emailadresse bzw. Stimme auch ein Gesicht zuordnen können.

Und wir wurden prompt belohnt: wir durften 27 Teilnehmer aus allen Richtungen Europas wie Spanien, Polen und natürlich dem Vereinigten Königreich begrüßen. Das Treffen und auch die Vorträge fanden im ortsansässigen Hotel Schiller statt. Also tatsächlich nur ein paar Schritte von unserem sonnigen medax-Büro entfernt, welches die Übersetzer, die bisher den Weg zu uns noch nicht gefunden hatten, auch neugierig in Augenschein nahmen. Doch dazu später mehr.

Die Vorträge

Am Freitag Morgen ab 10:30 Ortszeit trafen sich die Teilnehmer des ITI MedNet Workshops im Hotel bei Tee und Kaffee. Kontakte wurden geknüpft bzw. erneuert, bevor der erste Vortrag mit dem Titel: „Treatment of aortic aneurysms, with special reference to cardiovascular terminology“ startete. Als Referent war diesmal Dr. med. Everard Braganza aus Olpe eingeladen, seines Zeichens Facharzt für allgemeine Chirurgie, Gefäß- und Viszeralchirurgie sowie Phlebologie. Bereits nach wenigen Minuten wurden die Zuhörer von den kurzweilig vorgetragenen Ausführungen zu den Aortenaneurysmen vollständig in den Bann gezogen.

Nach der Mittagspause hörten die Fachübersetzer Teil 2 des Workshops, in dem folgendes Thema von Dr. Braganza abgehandelt wurde: „Abdominal surgery, covering the terminology associated with laparoscopic procedures“. Es stellte sich als nicht weniger anspruchsvoll und auch nicht weniger fesselnd heraus. So verging die Zeit bis zum Ende des Vortrags wie im Flug. Im Anschluss konnten sich die Zuhörer in einer kurzen Kaffeepause wieder sammeln, denn der Kopf des ein oder anderen schwirrte schon vor lauter Fragen, die man im praktischen Teil des Workshops am Nachmittag geklärt sehen wollte.

Der praktische Teil des ITI MedNet Workshops

Wie immer bei den ITI MedNet Meetings teilten sich die Mitglieder in sprachlich passende Untergruppen auf, in denen die einschlägigen Fachtermini so kontrovers wie auch konstruktiv diskutiert wurden. Grundlage waren Texte zum Thema Chirurgie, die im Vorfeld von jedem Teilnehmer im stillen Kämmerlein übersetzt worden waren. Dr. Braganza gab als anwesender Fachmann nur allzu bereitwillig Hilfestellung bei schwierigen Fragen, was sich als ungeheuer wertvoll für die Fachübersetzer erwies. Denn schließlich möchte man ja eine hieb- und stichfeste Terminologieliste erstellen, die übrigens dann auf der Website des ITI für Mitglieder zugänglich gemacht wird.

Und am Abend… die Belohnung!

Gegen 17:00 endete der offizielle Teil des Workshops im Hotel. Aber nur der offizielle Teil! Denn als Abendprogramm hatten sich die Organisatoren Martin und Ursula Dunne einen Besuch im Ratskeller am Münchner Marienplatz überlegt. Neben dem Erwerb des geballten Fachwissens darf nämlich der Genuss nicht zu kurz kommen. Damit der Genuss aber auch ohne Reue stattfinden konnte, wurde ein Reisebus gechartert, der sämtliche Teilnehmer wohlbehalten in die Bierhalle – und auch wieder zurück brachte. Auch das für die Fachübersetzer so wichtige „Networking“ kam an diesem Abend nicht zu kurz. Denn als Freiberufler sitzt man bekanntlich daheim allein am Schreibtisch und ist manchmal bei dringenden Terminologiefragen auf das Feedback von anderen Fachübersetzern angewiesen. Ein rundum gelungener Abend also, der sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Das Netzwerken geht weiter…

Ganz nach dem Motto „Ein voller Bauch studiert nicht gern“ hatten wir uns das typisch bayerische Weißwurst-Frühstück für den Samstag aufgehoben. Denn die Nicht-Bayern mussten doch auch noch in der Landeskunde unterrichtet werden, bevor sie uns wieder verließen. Grundlagenwissen wie welcher Senf zur Weißwurst (natürlich süßer!) und welches Getränk zur Brez’n (natürlich Weißbier!) gereicht wird, konnten in geselliger Runde jedoch überraschend schnell vermittelt werden.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass hoffentlich für jeden etwas dabei war bei diesem ersten ITI MedNet Workshop 2016: es wurde wieder viel Neues gelernt, das sich für zukünftige Übersetzungsaufträge als nützlich erweisen wird, die Beziehungen konnten vertieft werden und einige haben sogar ihre Vorliebe für bayerische Schmankerln entdeckt. Was will man mehr?!


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